Martin Sigmund: Komponieren für Events

Kunst, speziell zeitgenössische Musik & Eventkultur – geht das zusammen, kann das bzw. muss das zusammen? (Eine Rezension von Günther Wildner)

Diesen spannenden Fragen geht der Wiener Musikpädagoge, Kulturwissenschaftler und -vermittler Martin Sigmund in seiner aktuellen Publikation “Komponieren für Events” nach.
Zu Beginn erörtert Sigmund die immer wieder beliebte, jedoch selten fundiert belegte Annahme, dass der Eventbegiff und seine praktischen Ausformungen der Kunst und dem Kunstbetrieb schaden würden. Da sich das so einfach nicht beantworten lässt, gelangt der Autor in den ersten drei Kapiteln zu ausdifferenzierten Begriffsdefinitionen und Forschungsfragen. In Kapitel vier erfolgt der Einstieg in den Kontext der zeitgenössischen Musik, um anschließend zu den Fallstudien “Kompositionsaufträge für Events” zu gelangen. Hier werden Anlass, Ziele und Zielgruppen, Aufträge, Arbeitsbedingungen, Inszenierungen, Rezeption und der Kontext von expliziten “Events” empirisch untersucht.
Die Ergebnisse (Auszug):
+ Die Autonomie der Komponistinnen ist in Events höher, jene der Rezipienten geringer als im konventionellen Kontext.
+ Durch Einsatz von Technik bei Events kommt es zu einem Verlust von Liveness und Präsenz, und zwar in dem Maß wie technische Repräsentation die direkte körperliche Gegenwart von Akteuren substituiert.
+ Der elitäre Anspruch von zeitgenössischer Musik in Events kann geringfügig höher sein als im konventionellen Kontext.
+ Kompositionsaufträge für Events sind gelegentlich besser bezahlt als Aufträge im konventionellen Kontext, der künstlerische Sonderstatus ist aber tendenziell aufgehoben.
+ Gewinnorientierte Unternehmen setzen eher auf hochkulturelle Distanz, Kulturinstitutionen und Staatliche Auftraggeber eher auf partizipative Modelle.

Als Schlussbemerkung und Ausblick:
“Der angenommene drastische Gegensatz zwischen Eventkultur und Kunst wird durch die untersuchten Fallbeispiele nicht belegt. Doch bietet der Eventkontext gerade für innovative und avantgardistische Kompositionen vielfältige neue Möglichkeiten.”
Eine spannende Untersuchung, die Mut gibt und Lust macht, Event und Kreativschaffen neuartig und unkonventionell zu verknüpfen – Probieren geht über Studieren!

Martin Sigmund: Komponieren für Events. Zur Rolle der Künste in der Eventkultur, Transcript Verlag: Bielefeld, 2013.
http://www.transcript-verlag.de

Sachbuch

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