Reeperbahn Festival 2014: Lebensgefühl als Klammer

Reeperbahn Festival: hui, Berlin Music Week: pfui. So mag sich das in der medialen und brancheninternen Schnellsicht vermitteln – gerecht wird es den Veranstaltungen nicht.

Eine Vergleichbarkeit zwischen diesen Events/Messen konstruieren zu wollen, entspricht dem berüchtigten Vermischen von Äpfeln und Birnen. Lenken wir den Blick daher an die Elbe.

In Hamburg muss die Musik nicht als verantwortliche Klammer für Erscheinungsbild und Inhalte herhalten, viel mehr ist es das geografisch-historische Flair der Reeperbahn und Hansestadt mit dem daraus kreierten Spirit und dem Wir-Gefühl, das den gemeinsamen und funktionierenden Rahmen darstellt für all Jenes, was in diesen gut drei Tagen stattfindet und verhandelt wird – und diesen Positivgeist hat der wirtschaftlich geplagte Sektor bitter nötig: Live-Business und Recorded Music, Showcase-Messe und Konferenz plus Workshops, Kreativwirtschaft und Brands, bildende Kunst, Literatur, interdisziplinäre Projekte und die mediale und online-soziale Verbreitung und Multiplizierung des Ganzen. Das Reeperbahn Festival wird als Gemischtwarenladen von Fortbildungs- und Vernetzungsangeboten gestaltet, die als vielfältig und nicht beliebig wahrgenommen werden. Das liegt im offenen Setting und den unprätentiösen Surroundings begründet, weniger in der inhaltlichen Stringenz der Veranstaltung – maximal passend zum illusionistischen, emotionalen Gegenstand der Entertainmentwirtschaft.

Das Reeperbahn Festival gibt sich also niederschwellig und flexibel (Baulücken am Spielbudenplatz werden mir Leinwand und Farbe verziert), indie und major zugleich, den harten Realitäten aufgeschlossen. Und an diesen seidenen Faden eines hoffnungsfroh erstarkenden Selbstbewusstseins knüpfen die TeilnehmerInnen ihr Business, sowie zahlreiche Verbände ihre Jahres- bzw. Netzwerktreffen im Rahmen der Veranstaltung abhalten.
Weil sich das alles so einfach und organisch anfühlt, scheint dem Reeperbahn Festival eine stabile Zukunft gewiss – Pflege des Lebensgefühls als Impulsgeber und Treibstoff vorausgesetzt.

Live überzeugten (Auswahl):
JAMES HERSEY (comp, g, voc)
Begleitet von einem Schlagzeuger und einem zweiten Gitarristen (plus manchmal ein wenig Bass + Beats vom Band), sang und spielte sich der zweisprachige James Hersey sympathisch durch seine bisherige Lebenserfahrung, Sting & Police mit Electro-Touch als Sound-Paten – eigenständig, sich entäußernde Vocals, kreative Gitarrenarbeit beider Herren, ein Live-Act der Stunde.
http://www.jamesherseymusic.com/

MINE
Singersongwriter, Jazz, Folk, Pop – deutschsprachig, interessante Texte von der attraktiven Brillenträgerin, die sich ihr in Armlänge befindliches Beauty-Image erfrischend mit Kapperl torpediert. Musik, die kein Mainstreamradio zur Selbstversicherung braucht. Hut ab – ähhh, Kapperl ab!
http://minemusik.de

http://www.reeperbahnfestival.com

Außerdem:
Reeperbahn Festival Conference Sessions 2014 – Videos neu online (talks, presentations, keynotes, interviews, panels with international speakers and ongoing topics)

Musikbusiness, Musikmessen

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